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27.04.2026 · 7 Min. Lesezeit · Von Danilo à Tellinghusen

Immobilienmakler-News KW 17 – EZB-Entscheidung, Zinsen & neue Energieausweise

Zinsen Markt Politik Wirtschaft Energie Neubau

Immobilienmakler-News der Woche | 21.–27. April 2026

Diese Woche war für Immobilienmakler keine ruhige: Die Bauzinsen bleiben auf erhöhtem Niveau, kurz bevor die EZB am 30. April eine richtungsweisende Entscheidung trifft — und gleichzeitig verdichten sich die regulatorischen Signale rund um Mietrecht, Energieausweise und Heizungsgesetz. Wer jetzt nicht auf dem Stand ist, berät seine Kunden falsch. Hier ist, was Du wissen musst.


🏦 Zinsen & Finanzierung

Die Bauzinsen haben sich in der letzten Aprilwoche 2026 auf einem deutlich erhöhten Niveau stabilisiert — von Entspannung kann jedoch keine Rede sein. Der effektive Topzins für ein Darlehen mit zehn Jahren Zinsbindung liegt aktuell bei 3,69 Prozent (Stand: 26. April 2026). Wer länger binden will, zahlt entsprechend mehr: 15 Jahre kosten rund 3,94 Prozent, 20 Jahre bereits 4,03 Prozent und bei 30 Jahren Zinsbindung sind es 4,26 Prozent.

Zum Vergleich: Vor einem Jahr, im April 2025, lag der Topzins für zehn Jahre bei 3,3 Prozent. Das klingt nach wenig Unterschied — ist aber für Deine Kunden spürbar. Bei einem Darlehen über 350.000 Euro mit 3,69 Prozent und zwei Prozent Tilgung entstehen monatlich 1.633 Euro Rate. Das sind echte Euros, die beim Haushaltsbudget fehlen.

Der volatile März (plus 0,4 Prozentpunkte allein in wenigen Wochen) zeigt außerdem: Wer auf sinkende Zinsen wartet, spielt mit dem Feuer. Das Volatilitätsrisiko ist real.

Das Wichtigste dieser Woche: Am 30. April entscheidet die EZB über den Leitzins. Erwartet wird eine Zinspause bei 2,0 Prozent — aber die EZB hat ihre Inflationsprognose für 2026 bereits auf 2,6 Prozent angehoben. Zinserhöhungen sind nicht ausgeschlossen, falls der Energiepreisdruck anhält.

Was das für Dich bedeutet: Kundengespräche, in denen jemand „noch etwas abwarten" will, sollten jetzt mit konkreten Zahlen geführt werden. Die Zinsen können in beide Richtungen gehen — und das Warten kostet in jedem Fall Planungssicherheit. Nutze die EZB-Entscheidung am Mittwoch als Gesprächsanlass.


🏠 Markt & Preise

Der deutsche Immobilienmarkt 2026 ist kein Boom — aber er ist auch keine Krise. Er ist ein Markt, der sich neu kalibriert. Der BVR erwartet für 2026 einen moderaten Preisanstieg bei Wohnimmobilien von rund 3 bis 3,1 Prozent im Bundesdurchschnitt. Das klingt solide, täuscht aber über massive regionale Unterschiede hinweg.

Bei Mietwohnungen zeigt sich ein interessantes Bild: Die Nachfrage ist im ersten Quartal 2026 leicht zurückgegangen — bundesweit minus 3 bis 4 Prozent je nach Region — aber die Angebotsmieten steigen trotzdem weiter. Bestandsmieten legten im Jahresvergleich um 4,5 Prozent zu (bundesweiter Schnitt: 9,00 Euro/m²). In Frankfurt am Main stiegen die Angebotsmieten im Quartal sogar um 1,4 Prozent. München bleibt mit 20,01 Euro/m² unangefochtener Spitzenreiter.

Gleichzeitig: Der Wohnraumbedarf wird laut BVR in 2026 nur zu rund 58 Prozent gedeckt. Das strukturelle Angebotsproblem bleibt das stärkste Argument für stabile bis steigende Preise — gerade in Lagen mit echter Nachfrage.

Für Deine Verkäufer-Akquise bedeutet das: Preisoptimismus ist in gefragten Lagen weiterhin berechtigt, sollte aber mit Augenmaß kommuniziert werden. In B- und C-Lagen oder bei energetisch schlechten Objekten ist die Situation deutlich schwieriger. Energieeffizienz ist 2026 kein Nice-to-have mehr, sondern ein Preisfaktor — dazu mehr im Energie-Abschnitt.


⚖️ Politik & Regulierung

Gleich zwei regulatorische Entwicklungen, die Du auf dem Radar haben solltest:

Mietrechtsreform: Das Bundesjustizministerium hat einen Referentenentwurf vorgelegt, der das Vermietungsgeschäft grundlegend verändert. Die wichtigsten Punkte: Möblierungszuschläge müssen künftig transparent ausgewiesen und auf Basis des Zeitwerts der Möbel berechnet werden — eine Fünf-Prozent-Pauschale auf die Nettokaltmiete ist vorgesehen. Kurzzeitvermietungen sollen auf maximal sechs Monate begrenzt werden, Kettenverträge zur Umgehung der Mietpreisbremse damit deutlich schwieriger. Indexmieten sollen in angespannten Märkten auf 3,5 Prozent jährlich gedeckelt werden. Diese Reform ist noch nicht in Kraft, aber die Richtung ist klar. Makler, die im Vermietungsbereich arbeiten, müssen ihre Mandanten jetzt schon vorsorglich beraten — vor allem wenn möblierte Einheiten oder Kurzzeitvermietungen im Portfolio sind.

Weiterbildungspflicht: Der Bundestag berät derzeit über die Abschaffung der Pflicht zur Weiterbildung für Makler (aktuell 20 Stunden in drei Jahren). Beschlossen ist nichts — die Pflicht gilt weiter. Aber das Thema zeigt: Die politische Stimmung gegenüber Berufsregulierungen für Makler verändert sich.


📊 Wirtschaft & Konjunktur

Die gesamtwirtschaftliche Lage ist der unsichtbare Gegenwind für Dein Tagesgeschäft. Die deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute haben die Wachstumsprognose für 2026 von 1,3 Prozent auf 0,6 Prozent halbiert. Die Inflation liegt im März 2026 bei 2,7 Prozent — nach 1,9 Prozent im Februar ein deutlicher Sprung, ausgelöst vor allem durch Energiepreise, die im Jahresvergleich um 7,2 Prozent gestiegen sind.

Das Konsumklima-Barometer für Januar 2026 zeigte minus 26,9 Punkte — ein Wert, der zuletzt im April 2024 so niedrig war. Die Sparneigung der Haushalte steigt gleichzeitig stark an.

Der Bogen zur Maklerarbeit: Verunsicherte Konsumenten kaufen keine Häuser. Zögernde Käufer, die eigentlich kaufen könnten und wollten, brauchen Klarheit und Orientierung — keine weiteren Wenn-und-Abers. Als Makler bist Du gerade nicht nur Vermittler, sondern auch Vertrauensanker. Wer in Kundengesprächen wirtschaftliche Zusammenhänge sachlich einordnen kann, statt sie zu ignorieren, gewinnt Vertrauen. Das ist ein echter Differenzierungsvorteil.


🌱 Energie & Nachhaltigkeit

Zwei Themen, die in der Aprilwoche direkt relevant werden:

Neue Energieausweise ab Mai 2026: Bis zum 29. Mai 2026 muss die überarbeitete EU-Gebäuderichtlinie in deutsches Recht überführt werden. Das bedeutet: Neue Energieausweise verwenden künftig ausschließlich die Skala A bis G (statt bisher A+ bis H). Klasse A bleibt Nullemissionsgebäuden vorbehalten, Klasse G erfasst die energetisch schlechtesten 15 Prozent des Bestands. Neu: Auch Bestandsmieter erhalten bei Vertragsverlängerungen Einblick in den Energieausweis — und Banken fordern ihn zunehmend standardmäßig bei der Kreditprüfung an. Für Makler bedeutet das: Energieausweis-Themen werden stärker in Verkaufs- und Vermietungsprozesse eingebunden. Du solltest wissen, wie die neue Skala funktioniert und wie Du Objekte damit einordnest.

Heizungsgesetz im Wandel: Union und SPD planen, das GEG zu reformieren — das Gesetz soll sogar in „Gebäudemodernisierungsgesetz" umbenannt werden. Die harte 65-Prozent-Erneuerbare-Regel wird durch eine Grüngasquote ersetzt: Zunächst 10 Prozent klimafreundlicher Kraftstoffe bis 2029, dann schrittweise steigend bis 2040. Bestehende Heizungen dürfen weiterlaufen. Gleichzeitig läuft für Großkommunen (über 100.000 Einwohner) die Frist zur kommunalen Wärmeplanung am 30. Juni 2026 ab. Das ist für Kaufentscheidungen in Städten direkt relevant: Was in der kommunalen Wärmeplanung steht, beeinflusst, welche Heiztechnologie künftig sinnvoll ist. Informiere Dich jetzt über die Planung in Deiner Stadt — das ist ein echter Mehrwert für Deine Kunden.


🏗️ Neubau & Bauwirtschaft

Die Zahlen sehen auf den ersten Blick gut aus: Im Februar 2026 wurden 22.200 Wohnungen genehmigt — 24,1 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Einfamilienhäuser plus 14,2 Prozent, Mehrfamilienhäuser plus 18 Prozent. In den ersten zwei Monaten des Jahres insgesamt 41.700 Genehmigungen, ein Plus von 16,2 Prozent.

Aber: Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegt eine Weltstattdessen. Das Bauhauptgewerbe wächst real nur rund 2,5 Prozent — und das auf niedrigem Niveau nach mehreren Krisenjahren. Viele Projekte werden verschoben oder gestrichen, weil Finanzierungskosten und Baukosten die Kalkulation zerstören. Dazu fehlen bundesweit rund 250.000 qualifizierte Handwerker, im Bauhandwerk bleiben Stellen im Schnitt über 160 Tage unbesetzt.

Ein konkretes neues Instrument: Ab

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