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11.05.2026 · 7 Min. Lesezeit · Von Danilo à Tellinghusen

Immobilienmakler-News KW 20 | Zinsen stabil, Mietrecht & Energieausweis-Reform

Zinsen Markt Politik Wirtschaft Energie Neubau

Immobilienmakler-News der Woche | 5. – 11. Mai 2026

Die erste Maiwoche 2026 war keine ruhige Woche für die Branche. Zwischen Mietrechtsreform, neuen Energieausweis-Regeln und stabilen, aber hartnäckig hohen Bauzinsen haben Gesetzgeber und Märkte gleich auf mehreren Fronten geliefert. Wer als Makler jetzt nicht auf dem Stand ist, riskiert in Kunden­gesprächen die Kontrolle zu verlieren — oder regulatorische Fettnäpfe zu treten. Hier sind die Entwicklungen, die diese Woche wirklich zählen.


🏦 Zinsen & Finanzierung

Die Hoffnung auf deutlich sinkende Bauzinsen im Frühjahr 2026 hat sich nicht erfüllt — und das Interhyp-Expertenpanel macht wenig Mut, dass sich das kurzfristig ändert. Laut aktuellen Daten vom 9. Mai liegen zehnjährige Darlehen je nach Beleihungsauslauf zwischen 3,72 % und 4,07 %, fünfzehnjährige zwischen 3,97 % und 4,33 %, zwanzigjährige sogar bei 4,10 % bis 4,40 %. Der EZB-Leitzins wurde Ende April unverändert bei 2,00 % belassen — die EZB sieht laut eigener Einschätzung gleichzeitig steigende Inflationsrisiken und wachsende Wachstumsrisiken, was den Handlungsspielraum nach unten begrenzt.

Das Panel ist eindeutig: 80 % der Experten erwarten in den nächsten Wochen stabile Zinsen, 20 % rechnen mit leichtem Rückgang — aber langfristig gehen bereits 60 % von steigenden Zinsen aus. Die Deutsche Bank schließt sich dieser Einschätzung an.

Was bedeutet das für Dich im Kundengespräch? Käufer, die auf den "richtigen Moment" warten, solltest Du jetzt aktiv adressieren. Die Botschaft ist klar: Günstigere Konditionen sind in nächster Zeit nicht in Sicht, und wer länger wartet, riskiert eher höhere als niedrigere Zinsen. Das ist kein Verkaufsargument — das ist eine ehrliche Markteinordnung, die Dir Glaubwürdigkeit schafft.


🏠 Markt & Preise

Der Europace Hauspreisindex zeigt für März 2026 eine moderate aber breite Aufwärtsbewegung: Neubauhäuser verteuerten sich um 1,6 % gegenüber Februar und liegen nun im Schnitt bei 583.244 Euro — ein Jahresplus von 4,15 %. Bestandshäuser stehen bei 376.787 Euro (+1,5 % zum Vorjahr), Eigentumswohnungen bei 285.705 Euro mit dem geringsten Anstieg von nur 1,23 % zum Vorjahr. Langfristig sind Kaufpreise 2025 insgesamt um 2,3 % gestiegen, Mieten ziehen sogar noch stärker an.

Für Deine Verkäufer-Akquise besonders relevant: Die regionalen Unterschiede sind massiv. Quadratmeterpreise für Bestandseigenheime reichen von 762 Euro im Kyffhäuserkreis bis 8.461 Euro in München — ein Faktor von mehr als elf. Nur 116 von 400 Kreisen und Städten liegen überhaupt über dem Bundesdurchschnitt. Das bedeutet: Eine pauschale Aussage über "den deutschen Immobilienmarkt" ist in Akquise- und Beratungsgesprächen wertlos. Wer hingegen präzise lokale Daten mitbringt, positioniert sich sofort als Experte.

Eigentumswohnungen wachsen preisinert die schwächste Kategorie — das solltest Du bei der Käuferberatung einpreisen, wenn jemand zwischen Eigentumswohnung und Haus als Investitionsobjekt abwägt.


⚖️ Politik & Regulierung

Gleich zwei Baustellen solltest Du diese Woche im Blick behalten.

Mietrecht II — Kabinettsbeschluss vom 29. April: Der Gesetzentwurf ist durch das Bundeskabinett und geht jetzt ins parlamentarische Verfahren. Die wichtigsten Änderungen für Makler:

Was das für Dich bedeutet: Wenn Du Vermieter-Mandanten hast, die aktuell auf Kurzzeitverträge setzen, müssen die Modelle neu bewertet werden — und das am besten jetzt, bevor das Gesetz in Kraft tritt.

BGH-Verhandlung am 21. Mai: Der BGH verhandelt erneut über den Provisionsanspruch bei Zweifamilienhäusern im Kontext des Halbteilungsgrundsatzes (§ 656c BGB). Die bisherige Linie: Nicht die bauliche Beschaffenheit, sondern der Erwerbszweck des Käufers entscheidet. Das Urteil könnte weitreichende Konsequenzen für die Provisionsgestaltung haben — der 21. Mai ist ein Datum zum Vormerken.


📊 Wirtschaft & Konjunktur

Das Konsumklima sendet beunruhigende Signale. Der GfK-Index prognostiziert für Januar 2026 minus 26,9 Punkte — ein Rückgang um 3,5 Punkte. Besonders markant: Die Sparneigung ist auf 18,7 Punkte gestiegen, den höchsten Wert seit der Finanzkrise 2008. Parallel fällt die Einkommenserwartung auf minus 6,9 Punkte.

Auf den ersten Blick klingt das nicht nach einem guten Immobilienmarkt-Umfeld — aber hier ist die wichtige Differenzierung: Der Wohnimmobilienmarkt wird aktuell nicht primär von Konsumlaune getrieben, sondern von struktureller Knappheit und demografischen Faktoren. Wer kaufen will und kann, kauft trotzdem.

Besorgniserregender für die mittelfristige Perspektive ist die Insolvenzlage im Baugewerbe: Mit 7,8 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen liegt das Baugewerbe im Januar 2026 auf dem drittschlechtesten Platz aller Branchen. Für Makler bedeutet das: Bei der Bewertung von Bauträgerprojekten oder der Empfehlung von Handwerksbetrieben an Käufer ist erhöhte Sorgfalt angebracht. Die Referenz-Insolvenzen in der Bauwirtschaft der letzten Jahre haben gezeigt, was das für Käufer bedeuten kann.


🌱 Energie & Nachhaltigkeit

Zwei parallele Entwicklungen — und beide brauchen Deine Aufmerksamkeit.

GEG-Reform / Gebäudemodernisierungsgesetz: Das bisherige Heizungsgesetz soll bis zum 1. Juli 2026 durch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ersetzt werden. Der Kernunterschied zur aktuellen Regelung: Technologieoffenheit statt Vorgabe. Wer eine neue Heizung einbaut, kann künftig frei wählen — mit schrittweise steigenden Anforderungen an erneuerbare Brennstoffe ab 2029 (15 %), 2035 (30 %) und 2040 (60 %). Die bisherige 65-%-Regel gilt nur noch, wenn ein Wärmeplan vorliegt.

Das ist in Kundengesprächen wichtig: Kaufinteressenten, die bisher von der Heizungsthematik abgeschreckt wurden, haben jetzt mehr Planungssicherheit. Das könnte als Argument in der Käuferakquise wirken — vor allem bei Bestandsobjekten mit älterer Heiztechnik.

Energieausweis-Reform: Der Referentenentwurf liegt seit dem 5. Mai in der Ressortabstimmung. Das Inkrafttreten wird für Sommer 2026 erwartet. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

Für Dich als Makler heißt das konkret: Bestehende Energieausweise für Objekte, die Du aktuell in der Pipeline hast, solltest Du auf Aktualität prüfen. Und Verkäufer müssen darauf hingewiesen werden, dass der Ausweis-Standard sich ändert — auch das ist ein Beratungsaspekt, der Dich von der Konkurrenz unterscheidet.


🏗️ Neubau & Bauwirtschaft

Die Baugenehmigungszahlen senden erstmals seit längerer Zeit ein positives Signal: Im Februar 2026 wurden 22.200 Wohnungen genehmigt — ein Plus von 24,1 % gegenüber dem Vorjahresmonat. Kumuliert lagen die ersten zwei Monate des Jahres bei 41.700 genehmigten Wohnungen (+16,2 %). Mehrfamilienhäuser dominieren mit 21.900 Einheiten, Einfamilienhäuser legten um 14,2 % zu.

Die ernüchternde Einordnung: Zwischen Genehmigung und Fertigstellung liegen bei Mehrfamilienhäusern derzeit durchschnittlich 34 Monate — und insgesamt vergeht aktuell rund

#Bauzinsen #EZB #Mietrecht #Energieausweis #Immobilienpreise #Baugenehmigungen #GEG-Reform #Europace
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