Kurz gesagt
Erfolgreiche Akquise für Immobilienmakler beruht auf einem festen Gebiet, mehreren Kanälen und konsequentem Nachfassen: Empfehlungen und Tippgeber, sichtbare Präsenz im Revier (Farming), Wertermittlungsangebote, Briefe an Eigentümer und Kooperationen mit Banken, Hausverwaltungen und Fachleuten rund ums Erben. Werbeanrufe bei Privatleuten und Werbe-E-Mails sind ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung nach § 7 UWG unzulässig; adressierte Werbebriefe sind grundsätzlich erlaubt, wenn du die DSGVO beachtest. Die öffentlichen Gitterdaten des Zensus 2022 im 100-Meter-Raster und die Suchprofile deiner eigenen Käufer zeigen, in welchen Straßen sich Akquise lohnt und mit welchem Argument du Eigentümer ansprichst.
- Ein klar abgegrenztes Revier schlägt Streuwerbung: Wer in denselben Straßen immer wieder sichtbar ist, wird beim Verkaufsentschluss gefragt.
- Empfehlungen, Tippgeber, Farming, Wertermittlung, Briefe und Kooperationen ergänzen sich; ein einzelner Kanal reicht selten.
- Kaltakquise per Telefon bei Privatleuten sowie per E-Mail, SMS oder Fax ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung ist unzulässig (§ 7 Abs. 2 UWG).
- Zensus 2022: Eigentümerquote, Baualter, Durchschnittsalter, Heizungsart und mehr im 100-m-Raster, frei nutzbar mit Quellenangabe.
- Echte Käufernachfrage aus eigenen Suchprofilen und regelmäßige Eigentümer-Reports sind die stärksten Vertrauensbeweise.
- Akquise ist Routine: feste Zeitblöcke, wenige Kennzahlen, jede Spur mit Wiedervorlage im CRM.
Inhalt
- Was bedeutet Akquise für Immobilienmakler?
- Welche Akquisekanäle funktionieren für Makler?
- Wie baust du ein Empfehlungs- und Tippgebernetz auf?
- Wie funktioniert Farming im eigenen Revier?
- Was ist bei der Akquise rechtlich erlaubt?
- Wie helfen Zensus-2022-Daten bei der Objektakquise?
- Wie überzeugst du Eigentümer mit Käufernachfrage und Reports?
- Wie sieht ein Akquise-Wochenplan mit Kennzahlen aus?
- Wie fasst du bei Eigentümern richtig nach?
Was bedeutet Akquise für Immobilienmakler?
Welche Akquisekanäle funktionieren für Makler?
| Kanal | So geht es | Wirkt vor allem | Rechtlicher Rahmen |
|---|---|---|---|
Wie baust du ein Empfehlungs- und Tippgebernetz auf?
Schritt 1: Liste anlegen
Alle Personen erfassen, die in deinem Gebiet viel mit Eigentümern sprechen, und als Rolle „Tippgeber“ im CRM markieren. Schritt 2: Absprache treffen
Was passiert mit einem Tipp, wie bedankst du dich, gilt eine Tippgeberprovision und wann wird sie fällig. Schriftlich festhalten. Schritt 3: Rückmeldung geben
Jeder Tippgeber erfährt, was aus seinem Hinweis geworden ist. Wer nie etwas hört, gibt keinen zweiten Tipp. Schritt 4: Regelmäßig pflegen
Feste Wiedervorlagen, etwa vierteljährlich ein kurzer Anruf oder Besuch.
Wie funktioniert Farming im eigenen Revier?
Was ist bei der Akquise rechtlich erlaubt?
Telefon bei Privatleuten: Werbeanrufe sind ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Der Anruf bei einem Eigentümer aus dem Telefonbuch mit der Frage, ob er verkaufen möchte, ist damit Kaltakquise und verboten. Telefon bei Unternehmen: Hier genügt eine zumindest mutmaßliche Einwilligung, etwa wenn ein konkretes, sachliches Interesse des Unternehmens anzunehmen ist. Ein Freibrief ist das nicht. E-Mail, SMS, Messenger, Fax: Werbung ist ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig, gegenüber Privatleuten wie Unternehmen (§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG). Eine enge Ausnahme gilt für eigene Bestandskunden nach § 7 Abs. 3 UWG. Briefe: Adressierte Werbebriefe sind grundsätzlich zulässig, solange der Empfänger nicht erkennbar widersprochen hat. Unadressierte Einwürfe sind tabu, wenn am Briefkasten „Keine Werbung“ steht.
| Kanal | Privatperson (Verbraucher) | Unternehmen |
|---|---|---|
Einwilligung dokumentieren
Datenschutz (DSGVO)
Wie helfen Zensus-2022-Daten bei der Objektakquise?
Eigentümerquote: Wo viele Wohnungen von ihren Eigentümern bewohnt werden, gibt es mehr potenzielle Verkäufer als in reinen Mietgebieten. Gebäude nach Baujahr: Ältere Bestände bedeuten häufiger Modernisierungsbedarf, Erbfälle und Eigentümer, die schon lange dort wohnen. Durchschnittsalter: Ein hohes Durchschnittsalter deutet auf anstehende Generationswechsel hin, etwa Verkleinerung oder Umzug ins Betreute Wohnen. Heizungsart: Öl- und Gasheizungen sind ein sachlicher Gesprächsanlass rund um Modernisierung und Energiekosten. Nettokaltmiete und Leerstandsquote: wichtig für Kapitalanleger und vermietete Objekte.
Schritt 1: Revier abgrenzen
Mittelpunkt und Radius festlegen, etwa rund um das Büro oder um bisherige Verkäufe. Schritt 2: Zellen bewerten
Eigentümerquote, Baualter und Durchschnittsalter je 100-m-Zelle nebeneinanderlegen. Schritt 3: Straßen auswählen
Wenige Straßenzüge mit hoher Eigentümerquote und älterem Bestand für das nächste Quartal festlegen. Schritt 4: Anlass passend wählen
Im Altbaugebiet das Thema Modernisierung oder Generationswechsel, im Neubaugebiet Wertentwicklung.
Grenzen der Daten
Wie überzeugst du Eigentümer mit Käufernachfrage und Reports?
Wie sieht ein Akquise-Wochenplan mit Kennzahlen aus?
Neue Eigentümerkontakte je Woche, getrennt nach Kanal Vereinbarte Markteinschätzungen und Akquisegespräche Erteilte Aufträge und Anteil der Gespräche, die zum Auftrag führen Offene Spuren ohne nächsten Schritt (Ziel: null) Herkunft jedes Auftrags, damit du siehst, welcher Kanal sich lohnt
| Tag | Aufgabe | Ergebnis |
|---|---|---|
Wie fasst du bei Eigentümern richtig nach?
Schritt 1: Gespräch dokumentieren
Anlass, Zeithorizont, Bedenken und vereinbarten nächsten Kontakt notieren. Schritt 2: Wiedervorlage setzen
Jede Spur bekommt ein Datum. Ohne Datum geht sie verloren. Schritt 3: Mit Mehrwert melden
Nicht „Wollen Sie jetzt verkaufen?“, sondern ein Anlass: ein Verkauf in der Nachbarschaft, neue Bodenrichtwerte, ein passender Käufer. Schritt 4: Kanal respektieren
Telefon oder E-Mail nur mit Einwilligung, sonst per Brief oder beim nächsten persönlichen Kontakt. Schritt 5: Absagen ernst nehmen
Wer keinen Kontakt mehr wünscht, kommt auf die Sperrliste.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen, Stand 14.10.2026, und ersetzt keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall wende dich an einen Rechtsanwalt oder deine Kammer.