Kurz gesagt
Ein Maklervertrag verpflichtet den Kunden, eine Provision zu zahlen, wenn durch den Nachweis oder die Vermittlung des Maklers ein Hauptvertrag zustande kommt (§ 652 BGB). Geht es um den Kauf einer Wohnung oder eines Einfamilienhauses, muss der Maklervertrag in Textform geschlossen werden (§ 656a BGB); ist der Käufer Verbraucher, gelten zusätzlich die Regeln zur Provisionsteilung (§§ 656c, 656d BGB). Für Makler entscheidend sind außerdem die Wahl der Auftragsart, eine klare Laufzeit und eine korrekte Widerrufsbelehrung, wenn der Vertrag per E-Mail oder beim Kunden zu Hause zustande kommt.
- Provision gibt es nur bei Erfolg: wirksamer Hauptvertrag, der auf Nachweis oder Vermittlung des Maklers beruht (§ 652 Abs. 1 BGB).
- Für Wohnungen und Einfamilienhäuser ist Textform Pflicht (§ 656a BGB) – eine E-Mail genügt, ein Handschlag nicht.
- Ist der Käufer Verbraucher, darf der Makler von beiden Seiten nur gleich viel verlangen; beauftragt nur eine Seite, kann höchstens die Hälfte weitergegeben werden (§§ 656c, 656d BGB).
- Ein Alleinauftrag mit sechs Monaten Laufzeit ist laut BGH auch in Formularverträgen regelmäßig angemessen (Urteil vom 28. Mai 2020, I ZR 40/19).
- Aufwendungsersatz gibt es nur, wenn er vereinbart ist (§ 652 Abs. 2 BGB); Reservierungsgebühren in AGB sind unwirksam (BGH, I ZR 113/22).
- Schließt du den Vertrag per E-Mail, Telefon oder in der Wohnung eines Verbrauchers, hat der Kunde ein Widerrufsrecht – ohne Belehrung droht der Verlust der Provision.
Inhalt
- Was ist ein Maklervertrag nach dem BGB?
- Welche Arten von Maklerverträgen gibt es?
- Muss ein Maklervertrag schriftlich sein?
- Wie kommt ein Maklervertrag mit Kaufinteressenten zustande?
- Wer zahlt die Provision? Die Teilung nach §§ 656c und 656d BGB
- Wann entsteht der Provisionsanspruch?
- Wie lange läuft ein Maklervertrag – und wie kündigt man ihn?
- Welche Pflichten hat der Makler aus dem Maklervertrag?
- Was gehört in einen Maklervertrag? Bausteine statt Muster zum Kopieren
- Welche Fehler kosten Makler die Provision?
Was ist ein Maklervertrag nach dem BGB?
Welche Arten von Maklerverträgen gibt es?
| Einfacher Maklerauftrag | Alleinauftrag | Qualifizierter Alleinauftrag | |
|---|---|---|---|
Muss ein Maklervertrag schriftlich sein?
Wie kommt ein Maklervertrag mit Kaufinteressenten zustande?
Wer zahlt die Provision? Die Teilung nach §§ 656c und 656d BGB
| Modell | Zulässig? | Worauf achten |
|---|---|---|
Wann entsteht der Provisionsanspruch?
Wirksamer Maklervertrag mit Provisionsabrede, bei Wohnung und Einfamilienhaus in Textform. Maklerleistung: ein Nachweis oder eine Vermittlung, wie im Vertrag versprochen. Wirksamer Hauptvertrag: der notarielle Kaufvertrag. Ist er aufschiebend bedingt, kann die Provision erst mit Eintritt der Bedingung verlangt werden (§ 652 Abs. 1 Satz 2 BGB). Kausalität: Der Kaufvertrag muss auf deiner Tätigkeit beruhen. Kannte der Käufer das Objekt schon vorher, fehlt es beim Nachweis daran. Inhaltliche Übereinstimmung: Der geschlossene Vertrag muss wirtschaftlich dem entsprechen, für den du beauftragt warst. Weicht etwa der Kaufgegenstand deutlich ab, kann der Anspruch entfallen. Keine Treuepflichtverletzung: Bist du vertragswidrig auch für die andere Seite tätig, sind Lohn und Aufwendungsersatz ausgeschlossen (§ 654 BGB).
Aufwendungsersatz und Reservierungsgebühren
Wie lange läuft ein Maklervertrag – und wie kündigt man ihn?
Welche Pflichten hat der Makler aus dem Maklervertrag?
Tätigkeitspflicht beim Alleinauftrag: Vermarktung, Exposé, Inserate, Besichtigungen – nachvollziehbar dokumentiert. Interessenwahrung und Treue: keine heimliche Doppeltätigkeit gegen den Vertrag (§ 654 BGB), keine Weitergabe vertraulicher Informationen an die Gegenseite. Aufklärung: Was du über das Objekt oder die Gegenseite weißt und für die Entscheidung wichtig ist, musst du weitergeben; Angaben aus dem Exposé müssen stimmen. Informationspflichten nach MaBV: Entgelt und Vertragsdauer in Textform direkt nach Auftragsannahme (§ 11 MaBV), dazu Aufzeichnungen über Auftrag und Objekt. Geldwäscheprüfung: Als Immobilienmakler musst du die Parteien des Kaufvertrags identifizieren, sobald ein ernsthaftes Kaufinteresse besteht und die Parteien hinreichend bestimmt sind (§ 11 Abs. 2 GwG). Widerrufsbelehrung, wenn der Vertrag mit einem Verbraucher außerhalb deiner Geschäftsräume oder im Fernabsatz zustande kommt (§ 312g BGB).
Was gehört in einen Maklervertrag? Bausteine statt Muster zum Kopieren
Vertragsparteien mit vollständigen Namen und Anschriften; bei Eigentümergemeinschaften alle Eigentümer. Objekt mit Adresse, Grundbuchangaben und Objektart (Wohnung, Einfamilienhaus, sonstige Immobilie). Auftragsart: einfacher Auftrag, Alleinauftrag oder qualifizierter Alleinauftrag – mit klar beschriebenen Pflichten beider Seiten. Leistung: Nachweis und/oder Vermittlung. Provision: Höhe in Prozent vom Kaufpreis inklusive Umsatzsteuer, Fälligkeit (Abschluss des notariellen Kaufvertrags), Hinweis auf Teilung nach §§ 656c, 656d BGB, falls der Käufer einen Anteil trägt. Laufzeit, Verlängerung und Kündigungsfrist direkt im Vertragstext, nicht nur in einer Anlage. Aufwendungsersatz nur, wenn gewollt, mit konkret benannten Kosten. Angebotspreis und Vermarktungsweg (Portale, eigene Website, Exposé, Besichtigungen). Vollmachten, etwa für Grundbuchauszug, Bauakte oder Einsicht beim Verwalter. Datenschutzhinweise und Einwilligungen, soweit nötig. Widerrufsbelehrung, Muster-Widerrufsformular und Einwilligung in den vorzeitigen Leistungsbeginn, wenn ein Widerrufsrecht besteht. Unterschrift oder Erklärung beider Seiten in Textform, mit Datum.
Welche Fehler kosten Makler die Provision?
Exposé mit Provisionshinweis verschickt, aber keine Vereinbarung in Textform bei Wohnung oder Einfamilienhaus. Widerrufsbelehrung fehlt, ist unvollständig oder das Muster-Widerrufsformular wurde nicht mitgeschickt. Von Käufer und Verkäufer unterschiedlich hohe Provisionen vereinbart oder dem Käufer mehr als die Hälfte übertragen. Kündigungsfrist oder Verlängerung nur in Anlagen oder AGB versteckt, auf die der Vertrag nicht ausdrücklich verweist. Reservierungsgebühr ohne Rückzahlung oder Aufwandspauschale ohne konkreten Aufwand in Formularverträgen. Nachweis nicht dokumentiert – später lässt sich nicht belegen, wer dem Käufer das Objekt zuerst genannt hat.
Hinweis: Dieser Ratgeber gibt allgemeine Informationen, Stand 14.10.2026, und ersetzt keine Rechtsberatung. Für deinen Einzelfall wende dich an einen Rechtsanwalt oder deine Kammer.
Häufige Fragen
Muss ein Maklervertrag schriftlich sein?
Was ist der Unterschied zwischen Alleinauftrag und qualifiziertem Alleinauftrag?
Wie lange darf ein Makleralleinauftrag laufen?
Kann man einen Maklervertrag kündigen?
Darf der Makler von Käufer und Verkäufer Provision verlangen?
Wann muss die Maklerprovision gezahlt werden?
Kann ein Maklervertrag widerrufen werden?
Gibt es einen kostenlosen Maklervertrag als Muster?
Quellen
- § 652 BGB – Entstehung des Lohnanspruchs
- § 653 BGB – Maklerlohn
- § 654 BGB – Verwirkung des Lohnanspruchs
- § 656a BGB – Textform
- § 656b BGB – Persönlicher Anwendungsbereich der §§ 656c und 656d
- § 656c BGB – Lohnanspruch bei Tätigkeit für beide Parteien
- § 656d BGB – Vereinbarungen über die Maklerkosten
- § 126b BGB – Textform
- § 307 BGB – Inhaltskontrolle
- § 309 BGB – Klauselverbote ohne Wertungsmöglichkeit
- § 312g BGB – Widerrufsrecht
- Art. 229 § 53 EGBGB – Übergangsvorschrift zum Gesetz über die Maklerkosten
- § 2 Gesetz zur Regelung der Wohnungsvermittlung
- § 11 MaBV – Informationspflicht und Werbung
- § 11 GwG – Identifizierung
- BGH, Urteil vom 28. Mai 2020 – I ZR 40/19 (Pressemitteilung 068/2020)
- BGH, Urteil vom 20. April 2023 – I ZR 113/22 (Pressemitteilung 070/2023)
- BGH, Urteile vom 7. Juli 2016 – I ZR 30/15 und I ZR 68/15 (Pressemitteilung 114/2016)